"Herzloses Miststück" sagte der Staker, beide mussten wir grinsen.

Statt des Homeboys hatte ich gerade eben Besuch von meinem Stalker.
Durch ein blödes Missverständnis ließ ich ihn in meine Wohnung.
Als ich merkte, dass er es war, bekam ich Bauchweh, aus Angst.
Ich blieb trotzdem höflich, aber besimmend. Ich weiß ja immerhin wie er sich fühlt, wie es sich anfühlt jemanden unbedingt haben lieben zu müssen, ohne, dass etwas zurück kommt, ohne, dass der andere das selbe fühlt.
Ich habe ihm versucht zu erklären, dass aus uns nichts niemals etwas wird, dass ich für ihn keine Gefühle habe.
Er sagte, er liebe mich (und das nach einer halben Nacht!). Er sagte, er wäre schon das 4. Mal hier, ich wäre wohl immer unterwegs (ja, ich bin leider wenig zu Hause!).
Er sagte er würde wiederkomen, ich sagte ich würde ihm den Gefallen tun und nicht öffnen.
Ich sagte ihm auch, dass der einzige Weg aus dieser Miesere der wäre, zu gehen (und das eigenen Stücken um seinem Ego nicht auch noch einenen unnötigen Knacks zuzufügen) und zu hoffen, dass er mich nie wieder sehen würde. Ich sagte ihm, dass ich ihn nicht lieben kann, dass ich zur Zeit wohl niemanden lieben könnte, er meinte, ich würde es gar nicht erst versuchen, ich stimmte ihm zu.
Er meinte er könne mich nicht so schnell vergessen, ich sagte ihm, dass das noch einige Zeit dauern kann, dass es vielleicht sogar ein Leben lang dauern kann.
Plötzlich sah er mich an, als würde ich ihm gerade sein Herz zerreißen, als würde er mich jetzt am liebsten umbringen, nur damit dieser Schmerz aufhöre. Ich hatte kurze Zeit echt Angst vor ihm. Ich habe noch immer Angst. Ich habe jedes Recht dazu, Angst vor einem Menschen zu haben, der mir auflauert, der mir, bis mir mein Handy gestohlen wurde, fast jeden zweiten Tag eine SMS schrieb oder mich jedes Mal von einer anderen Nummer aus anrief, weil ich bei seiner nicht mehr abhob, und dies wohl auch weiterhin getan hat, obwohl das Handy schon seit Wochen gesperrt ist.
Er sah mich dauernd an, weil er es gern tat. Ich fühlte mich nur unwohl.

Ich blieb höflich, aber ehrlich und stark.

Er hatte Recht, ich versuche es nicht mal, mich wieder zu verlieben. (Egal ob in ihn oder jemand anderen)!
Woran das wohl liegt? Habe ich etwas mein Herz verloren und noch nicht wieder gefunden, oder habe ich einfach nur Angst davor, mein Herz wieder sinnlos zu verschenken?

Ich weiß es nicht, ich weiß nur, dass der Stalker Recht hatte.


....und plötzlich musste ich weinen
katiza - 9. Mai, 07:34

Wein ruhig MayJanes, es hilft....

...leg dir einen Homeboy zu und irgendwann wirst du dein Herz auch wieder öffnen können - es ist weder verloren, noch verschenkt, sondern wohl nur versperrt....aber irgendwer wird das sluzzelîn wohl wieder finden.

MaryJanes - 9. Mai, 09:58

sluzzelîn???? Wasn das? (muss ich mich dafür schämen, dass ich das nicht weiß????)
hessnahasslach - 9. Mai, 07:54

meine ganz persönliche sicht:

der stalker (= ich liebe jemanden, der mir kein feedback gibt) und der mensch, der sagt, ich gehe auf kein angebot mehr ein, sind meinem gefühl nach irgendwie spiegelverkehrt gleich; man spürt förmlich, dass du zwar nicht auf den stalker gefühlsmäßig einsteigen willst, aber sympathien für ihn hast (eine gewisse seelenverwandtschaft empfindest), beide haben sich das gleiche (emotionale) zuhause ausgesucht, das ist die "gepflegte/selbstgewählte" aussichtslosigkeit.
dieses drama muss erst heruntergekühlt werden, damit es zur auflösung kommen kann; irgendwann kommt der augenblick, wo das spiegelbild nicht mehr ausreicht, dann kommt die bereitschaft zu einem anderen menschen wieder
herzliche grüße

MaryJanes - 9. Mai, 09:54

Stimmt. Eine Stalker kann erst "entstehen", wenn er eine Person wie mich findet. "Er" resultiert aus meinem Verhalten! Mein Verhalten hingegen resultiert nicht aus dem seinigen, sondern aus dem eines anderen, aus Erfahrung und Angst meinerseits. Auf das von die beschriebene Spiegelbild kann ich gern verzichten, greift auch nicht in meinem Fall. Ich wollte ihn nie, werd ihn auch nie wollen. Stimmt zwar, dass er mir nicht unsympatisch ist, aber alles andere als richtig sympatisch. Angst beschreibt mein Gefühl ihm gegenüber wohl am besten. Ich habe diesen Menschen jetzt zum 2. Mal gesehen, nachdem ich ihm schon vor Wochen am Telefin mitgeteilt habe, dass es niemals ein "wir" geben wird.
Mir reicht so ein Spiegelbild ganz und gar nicht, ich will mich nicht damit identifizieren eine Frau zu sein die einen Stalker "hat". Ich will mich ja wieder verlieben, wieder fallen lassen. Ich bin wohl nur etwas vorsichtiger geworden. Der Stalker bestätigt meine Vorsicht und Angst nur.

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